Sonographie

Was ist das?
Ultraschall oder Sonografie ist ein strahlenloses und damit nicht schädigendes Verfahren zur Darstellung von inneren Organen, Sehnen, Muskulatur und dem Auge. Mittels Schallwellen werden Bilder der inneren Organe in Echtzeit erstellt. Die Untersuchung ist schmerzfrei für den Patienten und in aller Regel wach und im Beisein der Bezugsperson durchführbar.

Einsatzgebiete:

Ein großes Aufgabengebiet des Ultraschalls ist die sogenannte Echokardiographie. Das ist die Untersuchung des Herzens und der Herzfunktion. Die Untersuchung ermöglicht es, das schlagende Herz „in Aktion“ zu beurteilen. Es stellt den Blutfluss zwischen den einzelnen Herzkompartimenten (Herzkammern, Vorhöfe) und den Gefäßen dar und kann hier zum Beispiel kleinste Undichtigkeiten (Insuffizienzen) der Klappen sicher darstellen. Hierfür kommen auch die Dopplerverfahren zum Einsatz. Der sog. Farbdoppler stellt die Richtung des Blutflusses farbig dar. Fliesst das Blut in die falsche Richtung (zum Beispiel bei einer Klappenundichtigkeit), erkennt man dies am resultierenden Farbmuster.
Mittels sogenannter Kontrastverfahren können Mißbildungen, wie ein Loch in der Herzscheidewand (Ventrikelseptumdefekt, Atriumseptumdefekt) gut dargestellt und beurteilt werden.
Herzbeutelergüsse stellen einen absoluten Notfall bei unseren Patienten dar und können im Ultraschall nicht nur erkannt, sondern gleich unter Sichtkontrolle abpunktiert werden (Ablassen der Flüssigkeit).
Durch das während der Untersuchung mitlaufende EKG (Echokardiogramm) können Herzrhythmusstörungen schnell erkannt werden.

Zu einer Herzuntersuchung gehört auch eine Bestimmung des Blutdrucks.

Ein weiteres Aufgabengebiet in der Sonografie ist der Bauchultraschall.
Trächtigkeiten: Wie beim Menschen kann auch bei Hund, Katze, Kaninchen und Meerschwein die Entwicklung des Nachwuchs beurteilt werden. Schnell ist zu erkennen, ob sich Nachwuchs entwickelt. Schon nach wenigen Tagen bis Wochen (abhängig von der Tierart) ist hier die Herzaktion der Welpen/Babys zu erkennen und anhand der Herzgeschwindigkeit kann zum Beispiel beurteilt werden, ob ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden muss. Zur Bestimmung der Anzahl von Welpen ist dieses Verfahren weniger geeignet.
Innere Organe: Im Ultraschall lassen sich schmerzfrei und besonders schonend alle Bauchorgane darstellen. Gerade zur Beurteilung von Krebserkrankungen und zur Einschätzung des Stadiums des Krebses ist der Ultraschall sehr gut geeignet. Im Folgenden sind einige Beispiele für Diagnosen genannt.
Harnblase: hier können Blasenentzündungen oder Blasensteine diagnostiziert werden.
Nieren: Im Ultraschall bekommen wir wichtige Hinweise auf Nierenentzündungen (Nephritis), Harnstau, Nierensteine oder eine eingeschränkte Nierenfunktion.
Nebennieren: Bei bestimmten hormonellen Erkrankungen (z.B. Cushing Syndrom), verändern die Nebennieren ihr Aussehen.
Milz: Die Milz spielt bei der Diagnostik von Krebs eine wichtige Rolle.
Leber: Auch die Leber ist bei vorliegender Krebserkrankung kritisch zu untersuchen, da hier häufig Tochtergeschwüre (Metastasen) zu erwarten sind.
Magen-Darm-Trakt: Entzündungen, Magengeschwüre, Darmverschluss (Ileus) sind nur einige der möglichen, im Ultraschall zu stellenden Diagnosen.

Orthopädischer Ultraschall:
Die Beurteilung von Sehnen, Bändern und Gelenken mittels Ultraschall ist schonend und sehr genau. Die Bizepssehne (Sehne des Oberarmbeugers) kann sich entzünden und zu Lahmheiten und Schmerzen führen. Diese Erkrankung lässt sich im Ultraschall sicher diagnostizieren.
Bei Sehnenrissen kann der Heilungsverlauf gut beurteilt werden und bei auftretenden Komplikationen oder Heilungsstörungen frühzeitig eingegriffen werden.

Ophthalmologischer Ultraschall:
Der Ultraschall des Auges ermöglicht nicht nur den Einblick in das Auge selber, sondern auch hinter das Auge. Kann der Tierarzt durch Linsentrübungen o.ä. nicht in die Tiefe des Auges gucken, kommt auch wieder der Ultraschall zum Einsatz. Linsenluxationen (Ausriss der Linse), Netzhautablösungen, Sehnerventumoren etc. kann der Ultraschall bildlich darstellen.

Häufig muss, um die beste Therapieform einsetzen zu können, eine Gewebeuntersuchung durchgeführt werden. Nach Operationen müssen die Nähte am Bauch beachtet werden, die Tiere benötigen zum Teil Halskrägen, damit sie sich nicht an der Wunde lecken. Im Ultraschall können mit sehr minimalem Risiko gezielt Gewebeproben aus den Organen entnommen und untersucht werden. Für sogenannte Feinnadelaspirationen (mit einer kleinen Nadel werden Proben entnommen, vergleichbar mit einer Blutentnahme) müssen die Patienten weder in Narkose noch benötigen sie ein Schmerzmittel.
Biopsien sind dann größere Gewebeproben, diese müssen bei unklaren Befunden durchgeführt werden. Für eine Biopsie muss der Patient zwar schlafen, aber hier reicht eine sehr kurze Narkose und es muss auch hier nichts genäht werden.

Die erhaltenen Bilder werden gespeichert und archiviert, so dass bei Verlaufskontrollen Messungen etc. immer wieder verglichen werden können.

Ihre Ansprechpartner

Anne Schwarz

Dr. med. vet. Sandra Kehr

Dr. med. vet. Birgit Morisse

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